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Informationsabend zum Steinbruch: Transparenz und Austausch zwischen Krenkingen und Porphyrwerk
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger sind am Donnerstagabend der Einladung zu einem Informationsabend über den Betrieb des Porphyrwerks Detzeln in die Gemeindehalle Krenkingen gefolgt. Ortsvorsteher Jonas Müller und die Ortschaftsräte hatten eine professionelle und informative Veranstaltung, die alle Beteiligten an einem Ort zusammen brachte, organisiert. Vertreterinnen und Vertreter des Umweltamtes des Landkreises, des Porphyrwerks, der Stadtverwaltung sowie der Ortschaftsverwaltung informierten über den aktuellen Betrieb, Sprengungen, Erschütterungsmessungen, Staubentwicklung und die weitere Entwicklung des Steinbruchs. Bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung hatten die Krenkinger Landfrauen im Foyer Kaffee und Kuchen angeboten. Gleichzeitig konnten sich die Besucher an ausgestellten Plänen und Informationstafeln über den Steinbruch und dessen Betrieb informieren. Oberbürgermeister Martin Gruner begrüßte die Anwesenden und gab zunächst einen Überblick über die Themen des Abends. Anlass für die Veranstaltung ist insbesondere die unmittelbare Nachbarschaft des Ortsteils Krenkingen zum Porphyrwerk in Detzeln. Zwischen dem Betreiber, der Firma Eberhard, und der Ortschaft Krenkingen habe sich in den vergangenen Jahren ein Verhältnis entwickelt, das auf Transparenz und gegenseitigem Informationsaustausch setze. Ziel sei es, ein verträgliches Nebeneinander von Steinbruchbetrieb und Wohnbevölkerung zu ermöglichen. Wir wollen an diesem Abend miteinander und nicht übereinander reden, betonte Oberbürgermeister Gruner.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der Citymanagerin der Stadt Waldshut-Tiengen, Monika Studinger, und Verena Pichler. Mit Christiane Silberzahn und Lucia Scharpf, Amtsleiterin des Umweltamtes, waren auch Vertreterinnen der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landratsamtes vor Ort. Lucia Scharpf erläuterte, dass das Ziel sein muss, dass die Bürger von Krenkingen und das Porphyrwerk miteinander existieren können. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Abends waren die Erschütterungen, die durch Sprengungen im Steinbruch entstehen. Nach Angaben des Umweltamtes werden seit 2018 regelmäßig entsprechende Messungen durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse hätten keine Werte ergeben, aufgrund derer sich die Bürgerinnen und Bürger von Krenkingen Sorgen hinsichtlich möglicher Gebäudeschäden machen müssten. Die bisher durchgeführten Messungen werden derzeit nicht weitergeführt. Für die Beurteilung der Erschütterungen bei Sprengungen werde die einschlägige DIN-Norm für Erschütterungen im Bauwesen herangezogen. Gesetzliche Grenzwerte für diese spezielle Art von Erschütterungen gebe es nach den Erläuterungen des Umweltamtes nicht.
Christiane Silberzahn erklärte, dass nach den derzeit angewandten Verfahren keine schädlichen Einwirkungen auf Gebäude zu erwarten seien. Der letzte Erweiterungsantrag des Betreibers aus dem Jahr 2011 einschließlich des damaligen Sprenggutachtens sei weiterhin maßgeblich. Ausführlich stellte Stefan Gräßle von der 3D-Soil GmbH die Ergebnisse der durchgeführten Erschütterungsmessungen vor. Anhand von Präsentationsfolien erläuterte er den Ablauf einer Sprengung sowie die dabei entstehenden und gemessenen Schwingungen. Die Messungen wurden im Zeitraum von März bis September 2026 an drei Gebäuden in Krenkingen durchgeführt. Dabei wurden Messgeräte sowohl an den Fundamenten als auch in verschiedenen Geschossen der Gebäude angebracht. Nach den von Gräßle vorgestellten Messergebnissen lagen die gemessenen Schwinggeschwindigkeiten bei etwa 30 Prozent der nach der herangezogenen DIN-Norm zulässigen Werte. Auch die persönliche Wahrnehmung der Sprengungen durch Einwohnerinnen und Einwohner wurde im Rahmen der Untersuchung abgefragt. Dabei habe sich ein unterschiedliches beziehungsweise ambivalentes Bild ergeben: Die Wahrnehmung der Erschütterungen wurde von den Befragten unterschiedlich beschrieben. Im Zusammenhang mit den Sprengungen wurde auch die zulässige Sprengstoffmenge angesprochen. Nach den Angaben bei der Veranstaltung beträgt die vorgeschriebene Höchstmenge 68 Kilogramm je Sprengung. Diese Menge sei nach den vorliegenden Angaben bislang lediglich einmal überschritten worden. Gräßle erläuterte zudem, dass eine geringere Sprengstoffmenge nicht zwangsläufig zu geringeren Erschütterungen führe. Unter bestimmten Bedingungen könne eine ungünstige Sprengung mit zu wenig Sprengstoff sogar stärkere Erschütterungen verursachen. Einen Überblick über die betrieblichen Abläufe gab Torsten Stockmann, Geschäftsführer des Porphyrwerks. „Ich versuche alles in meiner Macht Stehende zu unternehmen, dass wir ein friedliches Miteinander von Bürgern und den Interessen des Porphyrwerkes finden“, erklärte Stockmann. Der Betrieb beschäftige derzeit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt im Werk in Vollzeit. Darüber hinaus seien zahlreiche weitere Arbeitsplätze in der Region mittelbar mit den Produkten und Leistungen des Steinbruchs verbunden. Stockmann betonte, dass bei auftretenden Problemen stets versucht werden müsse, einen Ausgleich zwischen den Interessen des Betriebes und den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu finden. Das Unternehmen sei außerdem bereit, in technische und organisatorische Maßnahmen zu investieren, wenn dadurch die Betriebsabläufe für die Anwohner verträglicher gestaltet werden könnten.
Für die Jahre 2025 und 2026 berichtete Stockmann von einem Rückgang des Absatzes auf dem deutschen Markt. Dieser sei teilweise durch eine stärkere Nachfrage aus der Schweiz ausgeglichen worden. Aktuell werde Material unter anderem für den Ausbau der Hochrheinbahn sowie für Autobahnbaumaßnahmen in der Region benötigt.
In der anschließenden Bürgerfragerunde, die ebenfalls von Monika Studinger und Verena Pichler moderiert wurde, standen neben den Erschütterungen auch Fragen zur Staubbelastung im Mittelpunkt. Eine Bürgerfrage beschäftigte sich insbesondere mit den Steinstaubemissionen. Vertreterinnen des Landratsamtes erläuterten die bestehenden Maßnahmen. Am Brecher sei eine Staubabsauganlage installiert. Die mobile Brechanlage am Steinlager werde durch einen Subunternehmer betrieben. Dieser sei inzwischen nochmals ausdrücklich auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Beregnung beim Brechvorgang hingewiesen worden.
Insbesondere im Jahr 2026 hätten die längeren Trockenperioden zu erhöhten Problemen mit Staub geführt. Die Auswirkungen der trockenen Witterung seien damit auch im Umfeld des Steinbruchbetriebs stärker wahrgenommen worden.
Weitere Fragen der Bürgerinnen und Bürger betrafen die Anwendung der DIN-Normen, die Durchführung der Messungen sowie mögliche Schäden an Gebäuden.
Stefan Gräßle erläuterte dabei unter anderem, dass sich die Reaktion von Gebäuden auf Erschütterungen abhängig von Bauart und Konstruktion unterscheiden könne. Nach seinen Ausführungen könnten ältere Gebäude hinsichtlich bestimmter Erschütterungseinwirkungen durchaus robuster reagieren als neuere Gebäude.
Auch spezielle Messungen sowie die Frage nach möglichen Gebäudeschäden wurden angesprochen. Die Vertreter des Umweltamtes und des Messunternehmens beantworteten die Fragen der Besucher und erläuterten die Vorgehensweise bei der Bewertung der Messergebnisse.
Eine weitere Frage bezog sich auf die genehmigte Abbautiefe des Steinbruchs. Torsten Stockmann erläuterte, dass der tiefste Abbaupunkt im Bereich der aktuellen Erweiterung bei 330 Metern über Normalnull (m ü. NN) genehmigt sei. Im östlichen Teil des Steinbruchs liege die genehmigte Abbautiefe bei 340 m ü. NN.
Nach dem offiziellen Informationsteil bestand für die Besucher die Möglichkeit, bei heißen Würsten, Getränken und weiteren Informationsständen im Foyer mit den Vertreterinnen und Vertretern der Behörden, des Porphyrwerks sowie der Stadt- und Ortschaftsverwaltung ins Gespräch zu kommen.
Der Informationsabend machte deutlich, dass die unmittelbare Nachbarschaft zwischen dem Steinbruchbetrieb und dem Ortsteil Krenkingen weiterhin einen regelmäßigen Informations- und Gesprächsbedarf mit sich bringt. Gleichzeitig soll der seit mehreren Jahren gepflegte Austausch zwischen Betreiber, Behörden, Stadt und Bürgerschaft dazu beitragen, mögliche Probleme frühzeitig anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Bild von links: Stefan Gräßle 3D-Soil GmbH, Torsten Stockmann Fa. Eberhard Porphyrwerk Geschäftsführer, Christiane Silberzahn Umweltamt LRA, Lucia Scharpf Amtsleiterin Umweltamt, Jonas Müller Ortsvorsteher Krenkingen, OB Martin Gruner.


Bitte die Erntegaben bis Samstag 3.10.2026 um 14:00 Uhr zur >Kirche bringen.

Einen abwechslungsreichen und rundum gelungenen Tagesausflug erlebten die Landfrauen aus Krenkingen bei spätsommerlichem Wetter. Das Organisationsteam hatte ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt, das für jeden Geschmack das Passende bot und die Gruppe in den Hochschwarzwald führte.



Film: Fam. Jacoby
https://www.krenkingen.de/images/videos/Wolf-in-Hagnau.mp4
Einen Plan aller ausgewiesenen Schutzgebiete auf der Gemarkung Krenkingen finden sie
Ausgewiesen sind unter anderem, Feldgehölze und -hecken
Gehölze und Steinriegel, Magerrasenflächen Waldgebiete









